Dr. Boris Hait – Palliativmedizin bei Parkinson

Dieses Thema stand im Mittelpunkt des Gruppentreffens des Parkinson Forums am Mittwoch, dem 14. Januar 2026.

Als Referent stand Dr. Boris Hait aus Unna zur Verfügung. Er arbeitet am Christlichen Klinikum Unna und leitet dort als Leitender Oberarzt die Palliativstation. Seit vielen Jahren in der Palliativmedizin verwurzelt hat er die palliative Versorgung in der Region über Jahrzehnte mit aufgebaut und weiterentwickelt.

Zu Beginn seines Vortrages verwies Dr. Hait auf Cicely Saunders (1918–2005). Die britische Ärztin gilt als Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin. Sie gründete 1967 das St. Christopher’s Hospice in London und entwickelte das Konzept des „Total Pain“, das physische, psychische, soziale und spirituelle Schmerzen als Einheit betrachtet.

Die Geschichte der Palliativmedizin in Deutschland begann in den 1980er Jahren und hat sich von einer ehrenamtlich getriebenen Bewegung zu einem festen Bestandteil der medizinischen Regelversorgung entwickelt. Die erste Palliativstation in Deutschland wurde im Jahre 1983 an der Uniklinik in Köln eröffnet. 1986 erfolgte die Eröffnung des ersten stationären Hospizes in Aachen.

Im Jahr 2026 ist die Palliativversorgung in Deutschland mit über 340 Palliativstationen und rund 1.500 ambulanten Hospizdiensten breit aufgestellt.
Die Palliativmedizin zielt heute primär auf die Erhaltung der Lebensqualität und die Linderung belastender Symptome ab, unabhängig vom Stadium der Erkrankung. Entgegen dem Mythos, Palliativversorgung sei nur für die Sterbephase gedacht, wird sie heute zunehmend als begleitende Unterstützung ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung verstanden. Sie stellt auf eine ganzheitliche Betreuung ab. Im Fokus steht der Mensch mit seinen körperlichen, sozialen, emotionalen und spirituellen Bedürfnissen.

„Palliativmedizin und Parkinson gehören enger zusammen als viele denken,“ so Dr. Hait.

Palliative Versorgung bei Parkinson bedeutet Begleitung und Symptomlinderung. Sie kann frühzeitig beginnen – parallel zur neurologischen Behandlung – und richtet sich nach den Bedürfnissen der betroffenen Person und der Angehörigen bzw. Zugehörigen.

Die Palliativmedizin kann bei Parkinson sehr viel leisten – oft deutlich mehr, als viele erwarten. Wichtig ist: Sie bedeutet nicht „Sterbebegleitung“, sondern Begleitung bei einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung, oft über Jahre.

Sie hilft bei der Linderung belastender Symptome.
Auch nicht-motorische Symptome bei Parkinson beeinträchtigen die Lebensqualität stark.

Sie unterstützt bei komplexen Entscheidungen,
Hier einige Beispiele:
Ernährung bei Schluckstörungen, z. B. per Sonde – ja oder nein? | Krankenhausbehandlungen – sinnvoll oder belastend? | Umgang mit Infektionen, Stürzen, Krisen | Selbstbestimmte Vorausplanung (Patientenverfügung, Behandlungsziele)

Sie hilft bei der Entlastung von Angehörigen bzw. Zugehörigen.
Parkinson belastet nicht nur die Betroffenen. Die Palliativmedizin bietet daher Beratung und Schulung für Zu- bzw. Angehörige, Hilfe bei Überforderung und Erschöpfung, Gespräche über Ängste, Schuldgefühle, Trauer und nicht zuletzt Unterstützung z. B. bei der Organisation von Pflege und Hilfsmitteln.

Sie koordiniert die Versorgung durch medizinische und pflegerische Dienstleister.

Die Palliativmedizin achtet darauf, dass Menschen mit Parkinson ernst genommen werden, ihre Wünsche äußern können und möglichst selbstbestimmt leben.

Wer ist in Unna ansprechbar und wer kann weiterhelfen?

Dr. Hait nennt hier beispielhaft

  • den Palliativmedizinischen Konsiliardienst (PKD) Unna | Link>>>
  • das Palliativzentrum am Christlichen Klinikum Unna Mitte, mit Palliativstation und Palliativer Tagesklinik | Link>>>

Die Kontaktaufnahme erfolgt über die Hausärzte bzw. den Hausarzt oder über die Fachärztin bzw. den Facharzt.

Darüber hinaus gibt es in den Kommunen des Kreises Unna verschiedenste Angebote der ambulanten bzw. stationären Palliativmedizin. Eine Auflistung des Kreises Unna finden Sie hier. | Link>>>

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